Was ist Casting im Golfschwung und warum verliere ich so viel Länge?
Was Casting genau ist
Im Downswing sollte der Winkel zwischen Schläger und deinem linken Unterarm (der „Lag") bis kurz vor den Ball erhalten bleiben und erst auf dem letzten Stück freigegeben werden. Beim Casting passiert das Gegenteil: Du löst diesen Winkel schon zu Beginn der Transition auf, während die Hände noch auf Brusthöhe sind. Das Ergebnis ist ein Schläger, der „ausgepowert" zum Impact kommt.
Ben Hogan beschreibt in Five Lessons diese Verzögerung als Schlüssel zur Power: Der Spieler sollte spüren, dass die Handgelenke geladen bleiben und die Freigabe spät erfolgt – nicht als frühzeitiges Auswerfen von oben. David Leadbetter ordnet das in die Sequenz ein: Hüfte, Rumpf, Arme und zuletzt die Hände. Wenn die Hände zuerst agieren, entsteht Casting.
Warum es dich Länge kostet (und die Zahlen)
Die Länge mit dem Driver hängt vor allem vom Schlägerkopf-Speed und einem guten Treffmoment ab. TrackMan setzt anhand tausender vermessener Schläge den optimalen Smash Factor mit dem Driver bei rund 1,50 an (Ballgeschwindigkeit ÷ Schlägergeschwindigkeit). Casting greift beide Variablen gleichzeitig an:
- Weniger Speed: Bei früher Freigabe liegt der Geschwindigkeitspeak vor dem Ball, nicht am Ball.
- Schlechterer Treffmoment und Angle of Attack: Meist kommst du mit dem Schlägerkopf vor dem Griff, addierst dynamischen Loft und produzierst hohe, kraftlose Bälle oder triffst fett/dünn.
Dr. Young-Hoo Kwon zeigt in seiner Biomechanik-Arbeit, dass Energie in einer geordneten kinematischen Sequenz vom Boden nach oben übertragen wird; wer diese Reihenfolge bricht und die Handgelenke zuerst löst, verschenkt die Winkelgeschwindigkeit, die der Schläger eigentlich aufbauen sollte. Tour Tempo (John Novosel) fand beim Abstoppen von Profischwüngen im Video ein Verhältnis von Backswing zu Downswing von 3:1: Eine überhastete Transition verleitet viele Amateure dazu, den Schläger von oben zu „ziehen" und zu casten.
Wie du es erkennst und korrigierst
Typische Symptome: flache oder gar keine Divots mit den Eisen, hohe Flugbahn ohne Weite und das Gefühl, „nur mit den Armen zu schlagen". Adam Young empfiehlt in The Practice Manual, es mit Aufgaben zum externen Fokus und Feedback zu trainieren, statt die Bewegung blind zu wiederholen: Zu spüren, wo der Schläger freigegeben wird, ist nützlicher als über das Handgelenk nachzudenken.
Bei Birdia trennt die On-Device-Analyse die Schwungphasen und erkennt, ob du die Handgelenke im Downswing zu früh freigibst – etwas, das mit bloßem Auge fast niemand im eigenen Video sieht. Zu sehen, in welchem Frame der Winkel verloren geht, verrät dir, ob das Problem Casting ist oder etwa eine zu schnelle Transition, die es weiter oben in der Kette auslöst.
Fuentes
- Ben Hogan — Five Lessons: The Modern Fundamentals of Golf.
- David Leadbetter — The Golf Swing.
- Dr. Young-Hoo Kwon — biomecánica del swing (secuencia cinemática).
- John Novosel — Tour Tempo.
- TrackMan — Ball Flight Laws.
- Adam Young — The Practice Manual.
Häufig gestellte Fragen
Sind Casting und Scooping dasselbe?
Nein. Casting ist das Auflösen des Winkels zu Beginn des Downswings, während Scooping (Flip) das Handgelenk-Peitschen genau im Impact ist, um den Ball „hochzuheben". Sie treten oft gemeinsam auf – wer castet, endet häufig im Flip, um den Ball wiederzufinden –, aber es sind unterschiedliche Fehler an unterschiedlichen Momenten des Schwungs.
Sollte ich bewusst Lag erzeugen, um weiter zu schlagen?
Ja, aber mit Einschränkung: Der Lag sollte die Folge einer guten Sequenz und Transition sein, nicht das Ergebnis verkrampfter Handgelenke. Hogan beschreibt die späte Freigabe als Gefühl, nicht als erzwungene Blockade. Wenn du den Winkel durch verspannte Hände halten willst, verlierst du Fluss und Speed. Arbeite zuerst an Sequenz und Transition.
Löst eine zu schnelle Transition Casting aus?
Ja, das ist eine der häufigsten Ursachen. Wenn der Downswing hektisch von oben und mit ziehenden Händen startet, löst sich der Winkel sofort auf. Tour Tempo von John Novosel setzt die Referenz auf ein Verhältnis von 3:1 (Backswing:Downswing); ein wiedergefundenes, geordnetes Tempo hilft, dass die Handgelenke spät statt früh freigeben.
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