Was ist das Tempo-Verhältnis beim Putt und wie unterscheidet es sich vom Schwung?
Das 3:1 des Vollschwungs
John Novosel hat in Tour Tempo die besten Spieler Bild für Bild vermessen und dabei ein erstaunlich konstantes Muster gefunden: Der Backswing dauert etwa dreimal so lange wie der Downswing bis zum Impact. Das ist das berühmte Verhältnis 3:1. Es ist keine Zahl, die du dir ausdenkst, sondern eine Folge davon, dass beim langen Schwung Schwerkraft und Körpersequenz einen sehr schnellen Downswing gegenüber einem kontrollierten Takeaway erzeugen.
Der Kern des 3:1 ist, dass es ein Verhältnis beschreibt, keine absolute Geschwindigkeit. Ein langsamer und ein schneller Spieler können dasselbe Verhältnis teilen, solange beide diese Relation zwischen Backswing und Downswing einhalten.
Warum der Putt anders ist
Beim Putt geht es nicht um Distanz durch Schlägerkopfgeschwindigkeit oder durch einen explosiven Übergang. Es ist eine pendelartige Bewegung: Idealerweise streben Backswing und Downswing zu einer viel größeren Symmetrie als das 3:1 des Schwungs. Dave Pelz verteidigt in seiner Putting Bible genau das Pendelkonzept: ein konstanter Rhythmus, bei dem die Distanz über die Länge des Bewegungswegs gesteuert wird, nicht durch Beschleunigen oder Abbremsen. Dave Stockton betont dieselbe Idee von der Feel-Seite her: Der Stroke soll geschmeidig fließen, ohne die Geschwindigkeit im Impact zu manipulieren.
Anders gesagt: Beim Schwung ist der Downswing ein Peitschenschlag; beim Putt ist er eine ruhige Rückkehr des Pendels. Den Beschleunigungs-Kick des 3:1 in den Putt hineinzubringen ist eine der typischen Ursachen für schlechte Distanzkontrolle.
Wie du es in deinem Training anwendest
- Beim Schwung: Arbeite am Verhältnis, nicht an der Kraft. Ein Tempo, das oben beschleunigt, bricht das 3:1.
- Beim Putt: Suche Symmetrie und einen wiederholbaren Rhythmus; variiere die Länge des Strokes für die Distanz, nicht die Geschwindigkeit.
Mit Birdia kannst du deinen Stroke und deinen Schwung mit dem Handy aufnehmen und sehen, wie sich die Zeit zwischen Backswing und Downswing verteilt, um zu prüfen, ob dein Putt wirklich pendelartig ist oder ob du ihm einen Downswing-Ruck verpasst, der da nicht hingehört. Diese objektive Messung verhindert, dass du blind korrigierst.
Fuentes
- John Novosel — Tour Tempo.
- Dave Pelz — Putting Bible.
- Dave Stockton — Unconscious Putting.
Häufig gestellte Fragen
Gilt das 3:1-Verhältnis auch für Chip und Pitch?
Das 3:1 wurde für den Vollschwung dokumentiert. Bei den kurzen Schlägen verkürzt sich die Bewegung und das Muster wird weniger explosiv, es nähert sich mehr dem pendelartigen Rhythmus des Putts an. Wichtig im kurzen Spiel sind Symmetrie und das Nicht-Abbremsen; deinen eigenen Rhythmus mit Birdia zu messen zeigt dir, ob du vor dem Impact bremst.
Soll ich mental zählen, um das Putt-Tempo zu erreichen?
Du kannst eine innere Kadenz nutzen ("eins-zwei" pendelartig), um den Rhythmus konstant zu halten, genau das vertreten Pelz und Stockton. Die Idee ist nicht, die Zeit zu stoppen, sondern dass Backswing und Downswing denselben Fluss haben. Die Konstanz des Rhythmus zählt mehr als der exakte Wert.
Ruiniert ein zu schnelles Tempo den Putt?
Das Problem ist meist weniger die Schnelligkeit als die Unbeständigkeit: bei manchen Putts beschleunigen, bei anderen bremsen. Ein wiederholbarer Rhythmus, auch wenn er ganz dein eigener ist, sorgt für bessere Distanzkontrolle als der Versuch, eine fremde Geschwindigkeit zu kopieren. Kalibriere die Länge des Strokes, nicht den Beschleunigungsschub.
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