2026-09-01 · Birdia Blog

Was ist der "Flying Elbow" im Backswing und wie korrigiere ich ihn?

Kurze Antwort: Der Flying Elbow ist der rechte Ellbogen, der sich am Top des Backswings vom Körper löst und nach hinten oder oben zeigt statt zum Boden. Er zerstört die Verbindung zwischen Arm und Rumpf, bringt die Schwungebene aus der Bahn und führt oft zu Overswing und inkonstantem Treffmoment. Korrigiert wird er, indem der Ellbogen zum Boden zeigt und nah am Körper bleibt.

Was der Flying Elbow genau ist

In einem verbundenen Backswing knickt der rechte Ellbogen (bei Rechtshändern) ein und seine Spitze zeigt zum Boden, nah am Körper. Der "Flying Elbow" ist das Gegenteil: Der Ellbogen löst sich vom Körper und seine Spitze zeigt am Top nach hinten oder oben. Der rechte Arm verliert den Kontakt zum Rumpf und der Schwung "entkoppelt" sich.

Ben Hogan ist in Five Lessons unmissverständlich: Der rechte Ellbogen muss angelegt bleiben, zum Boden zeigen und am Top nahe an der rechten Hüfte liegen. Für ihn ist ein nach außen zeigender Ellbogen eine Quelle der Inkonstanz, weil er die Arme zwingt, sich im Downswing neu zu positionieren.

VON POSE ERKANNTE PHASEN · LIVE 1/4 TAKEAWAY 2/4 BACKSWING 3/4 DOWNSWING 4/4 FINISH das Tempo wird vom Beginn des Takeaways (1/4) bis zum Impact gestoppt
Die 4 Phasen, die die Pose-Engine live erkennt (1/4 → 4/4). Das Tempo wird ab dem tatsächlichen Beginn des Takeaways gemessen, wie es Tour Tempo definiert.

Warum es wichtig ist (und warum Nicklaus ihn tolerierte)

Der Flying Elbow kommt selten allein. Meist geht er mit Overswing einher (der Backswing geht über die Horizontale hinaus) und mit einem Schläger, der am Top gekreuzt liegt, was Korrekturen im Übergang erzwingt. David Leadbetter betont in The Golf Swing die "Connection": Arme und Rumpf müssen sich als Einheit bewegen, und der abgelöste Ellbogen zerstört genau diese Verbindung.

Wichtige Nuance: Nicht jeder erhöhte Ellbogen ist ein fataler Fehler. Jack Nicklaus verteidigte in Golf My Way einen etwas höheren und weiter abgespreizten rechten Ellbogen als Hogan – und gewann damit 18 Majors. Der Schlüssel ist, dass Nicklaus den Ellbogen im Downswing wiederholbar wieder anlegte. Das eigentliche Problem ist nicht die statische Position, sondern die Unfähigkeit, den Ellbogen rechtzeitig wieder an den Körper zu bringen.

So korrigierst du ihn

1. Hogan-Referenz: Spüre, dass die Spitze des rechten Ellbogens während des gesamten Backswings zum Boden zeigt, nicht nach hinten.

2. Handtuch-/Headcover-Test: Klemme einen weichen Gegenstand unter die rechte Achsel und mache halbe Schwünge; fällt er im Backswing heraus, fliegt der Ellbogen.

3. Overswing bremsen: Wenn dein Backswing über die Horizontale hinausgeht, kürze ihn. Ein kürzerer, kontrollierter Backswing erleichtert es, den Ellbogen angelegt zu halten.

4. Ebene prüfen: Der Flying Elbow neigt dazu, den Schläger "across the line" zu kreuzen. Filme dich von der Ziellinie (Down-the-Line) und vergleiche.

Hier hilft eine objektive zweite Meinung. Birdia analysiert die Backswing-Phase deines Schwungs direkt auf dem Gerät und markiert, wann Ellbogen und Ebene den Bereich verlassen, ohne dass du das Video mit dem Auge interpretieren musst. Statt "ich glaube, er fliegt" hast du ein klares Signal, in welcher Phase es passiert.

Fuentes

Häufig gestellte Fragen

Verursacht der Flying Elbow immer einen Slice?

Nein. Der Flying Elbow entkoppelt die Ebene, aber der Slice wird von etwas anderem bestimmt: Nach den Ball Flight Laws von TrackMan hängt die Kurve von der Schlagfläche relativ zum Path ab, nicht von der Position des Ellbogens. Mit dem Driver startet der Ball in eine Richtung, die von der Schlagfläche dominiert wird (etwa 85 % Face / 15 % Path laut TrackMan), und kurvt durch die Differenz zwischen beiden. Ein Flying Elbow, der einen Downswing von außen mit offener Schlagfläche auslöst, begünstigt zwar den Slice, aber der Ellbogen allein garantiert ihn nicht.

Hatte Nicklaus einen Flying Elbow und es machte ihm nichts aus?

Ja, aber mit einer entscheidenden Nuance: Nicklaus nutzte in Golf My Way einen höheren und weiter abgespreizten rechten Ellbogen als Hogan und ließ es funktionieren, weil er ihn im Downswing wiederholbar wieder anlegte. Nicht die Position am Top bricht den Schlag, sondern die Unfähigkeit, den Ellbogen rechtzeitig zurück an den Körper zu bringen. Für die meisten Amateure ist Hogans Rat (Ellbogen zum Boden zeigend) sicherer.

Wie weiß ich, ob mein Ellbogen fliegt oder ich es mir nur einbilde?

Filme dich Down-the-Line (Kamera hinter dir, in Linie mit dem Ziel) und schau dir das Top an: Zeigt die Spitze des rechten Ellbogens nach hinten oder oben statt zum Boden, fliegt er. Birdia misst die Backswing-Phase direkt auf deinem Smartphone und zeigt dir, wann Ellbogen und Ebene den erwarteten Bereich verlassen, damit du nicht auf deine eigene Interpretation des Videos angewiesen bist.

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