Was ist der Bump-and-Run und wann spielt man ihn? Der Schlüssel zum Golfen bei Wind
Warum man auf einem Links-Platz so flach spielt
Ein Links-Platz – wie Royal Birkdale, Austragungsort der Open Championship 2026 – hat feste Fairways, kaum Bäume, die den Wind bremsen, und konstante Böen vom Meer. In diesem Umfeld ist ein hoch fliegender Ball länger dem Wind ausgesetzt, und seine Flugbahn wird deutlich unberechenbarer: je länger der Ball in der Luft bleibt, desto stärker die Abdrift. Deshalb bevorzugen Links-Spieler flache Schläge, wann immer möglich – auch von außerhalb des Greens.
Was der Bump-and-Run genau ist
Es ist ein Approach- oder Schlag aus der Nähe des Greens, der mit einem Schläger mit weniger Loft als üblich gespielt wird (ein mittleres Eisen oder ein wenig geöffneter Wedge), der Ball etwas hinten im Stance und einem kontrollierten Swing wie bei einem langen Putt. Der Ball fliegt flach, setzt früh auf – oft schon vor dem Green – und rollt den Rest des Weges, so als wäre es ein langer Putt mit mehr Schläger.
Wann man ihn statt eines Pitch wählt
Dave Pelz beschreibt in seiner Short Game Bible die Entscheidung nicht als Geschmacksfrage, sondern als Rechnung: Wie viel "Green" (kurz gemähte Fläche) liegt zwischen deinem Ball und der Fahne? Hast du viel Green vor dir und kaum Hindernisse, gewinnt fast immer der Bump-and-Run – es ist der Schlag mit dem geringsten Fehlerspielraum, weil er weniger von der Qualität des Kontakts abhängt als ein hoher Pitch. Erst wenn ein Hindernis zwischen Ball und Fahne liegt (Bunker, hoher Rough, Wasser), das einen fliegenden Schlag erzwingt, kommt der Pitch ins Spiel.
Harvey Penick brachte in seinem Little Red Book dieselbe Idee mit einem anderen Satz auf den Punkt: Wenn das Ergebnis zählt, wähle immer den Schlag, bei dem am wenigsten schiefgehen kann. Beim Bump-and-Run ist das fast immer weniger.
So spielst du ihn
- Schläger: ein mittleres Eisen (7-9) oder ein wenig geöffneter Wedge, je nachdem, wie viel Rollweg du willst.
- Ball leicht hinten im Stance, Gewicht nach vorne verlagert.
- Kurzer, kontrollierter Swing wie bei einem langen Putt – ohne zu versuchen, dem Ball beim "Hochkommen" zu helfen.
- Lass den Ball zuerst auf kurz gemähtem Gras aufsetzen, nicht im Rough: Nur dort ist der Bodenkontakt berechenbar.
Quellen
- Dave Pelz — Short Game Bible (Entscheidung Chip/Pitch je nach verfügbarem Green).
- Harvey Penick — Little Red Book (den Schlag mit dem geringsten Risiko wählen).
- Stan Utley — The Art of the Short Game.
- TrackMan — Ball Flight Laws (Einfluss der Flugzeit auf die Winddrift).
Häufig gestellte Fragen
Ist der Bump-and-Run dasselbe wie ein Chip?
Sie sind eng verwandt: Beide sind flache, rollende Schläge. Der Unterschied liegt meist in der Distanz – der Bump-and-Run wird aus etwas größerer Entfernung zum Green gespielt, mit einem etwas längeren Swing, folgt aber derselben Philosophie: weniger Flug, mehr Rollweg.
Kann man ihn mit jedem Schläger spielen?
Ja, und genau das ist sein Vorteil: Je weniger Loft du verwendest, desto mehr rollt der Ball und desto weniger fliegt er. Ein erfahrener Spieler kann denselben Schlag mit einem Eisen 6 oder einem Wedge spielen, je nachdem, wie viel Rollweg er braucht – die Technik ändert sich nicht, nur der Schläger.
Warum begünstigen Links-Plätze diesen Schlag, ein typischer amerikanischer Platz aber weniger?
Links-Plätze haben feste, trockene Fairways, auf denen der Ball berechenbar aufspringt, und nahezu konstanten Wind. Ein Platz mit weichen Fairways und einer durch Wasser oder tiefe Bunker geschützten Fahne zwingt häufiger zu einem geflogenen Pitch, selbst wenn der Wind weht.
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