Wie höre ich auf, bei kurzen Putts abzubremsen?
Warum Abbremsen kurze Putts ruiniert
Abbremsen ist so gut wie nie ein reines Nervenproblem – es ist ein mechanisches. Wenn du den Putter im Backswing zu weit hochnimmst, weiß dein Gehirn, dass du mit dieser Länge über das Loch hinausschießen würdest, und bremst den Downswing deshalb unbewusst ab. Das Ergebnis ist ein weicher Schlag mit instabiler Schlagfläche im Impact und einem Ball, der ohne klare Richtung ausläuft.
Dave Pelz belegt das klar: Konstanz beim Putten hängt von einem Schlag ab, bei dem die Länge des Backswings der benötigten Kraft entspricht. Ein langer Backswing mit gebremstem Downswing führt zu Streuung – sowohl in der Richtung als auch in der Distanz.
Die Regel des beschleunigenden Schlags
Die Lehre von Pelz, Stan Utley und Dave Stockton läuft auf dasselbe Prinzip hinaus: Der Putter muss im Moment des Impacts beschleunigen (oder zumindest die Geschwindigkeit halten) – niemals abbremsen.
So gelingt das:
- Verkürze den Backswing. Nimm den Putter weniger weit hoch, als du für nötig hältst. Ein kurzer Backswing zwingt den Downswing dazu, zu beschleunigen, um den Ball zu erreichen.
- Etwas längerer Schlag nach vorne. Utley empfiehlt, dass der Follow-through genauso lang oder etwas länger ist als der Backswing. Das garantiert natürliche Beschleunigung.
- Denk an das Ziel, nicht an den Ball. Stockton besteht darauf, sich vorzustellen, wie der Ball ins Loch fällt; ein Geist, der sich auf das Ziel konzentriert, hört auf, den Impact zu "behüten", und lässt den Schlag frei.
In Birdia siehst du Länge und Rhythmus deines Schlags direkt auf dem Handy, sodass du erkennst, ob dein Backswing länger ist als dein Downswing – das typische Erkennungsmerkmal der Deceleration.
Wie man es übt
Eine einfache, von Pelz gestützte Übung: Lege ein Tee oder eine Münze etwa 15-20 cm hinter den Ball. Berührt dein Putter das Tee, ist dein Backswing für diesen kurzen Putt zu lang. Verkürze die Rückschwungphase, bis der Schlag fest und beschleunigend ausfällt.
Ein weiterer Klassiker von Utley: Putte aus einem Meter Entfernung so, dass der Ball fest gegen den Boden des Lochs prallt. Rollt der Ball nur noch "sterbend" hinein, bremst du ab. Du willst, dass er die Rückwand des Lochs trifft.
Wiederhole das, bis sich das Gefühl, mit kurzem Backswing zum Loch hin zu beschleunigen, automatisch anfühlt. Konstanz entsteht durch dieses stabile Verhältnis von Rück- und Vorschwung, nicht durch mehr Kraft.
Quellen
- Dave Pelz — Putting Bible.
- Stan Utley — The Art of the Short Game.
- Dave Stockton — Putting-Lehre.
Häufig gestellte Fragen
Bleibt der Putt bei einem kurzen Backswing nicht zu kurz?
Im Gegenteil. Der häufigste Fehler ist ein langer Backswing, der durch Abbremsen kompensiert wird – das lässt den Ball kurz und außermittig liegen bleiben. Ein kurzer Backswing gefolgt von einem beschleunigenden Schlag überträgt Energie effizienter und konstanter, wodurch die Distanz vorhersehbarer wird, nicht kürzer.
Sollte ich mehr Handgelenkeinsatz nutzen, um zu beschleunigen?
Nein. Pelz und Utley empfehlen, dass der Schlag bei kurzen Putts aus der Bewegung von Schultern und Armen kommt, während die Handgelenke fest bleiben. Die Handgelenke für ein kleines "Antippen" einzusetzen, bringt zusätzliche Variablen ins Spiel und verschlimmert meist das Abbremsen sowie die Streuung der Schlagfläche.
Ist Abbremsen ein technisches oder ein mentales Problem?
Es beginnt mechanisch (langer Backswing) und verfestigt sich als mentale Gewohnheit (Angst, zu weit zu putten). Korrigiere zuerst die Länge des Schlags: Mit einem kurzen Backswing muss dein Kopf nicht mehr bremsen, und der mentale Teil löst sich meist von selbst, sobald du das Vertrauen in einen festen Impact zurückgewinnst.
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